Wenn Frauen führen wie Löwenmütter und warum das auch für Männer interessant ist

In meiner Coachingpraxis begegne ich immer wieder einem spannenden Muster:

 

Führungskräfte – insbesondere Frauen – zeigen Verhaltensweisen, die mich an eine Löwenmutter erinnern. Sie beschützen ihr Rudel (das Team) mit aller Kraft, sorgen für Sicherheit und unterstützen, wo sie nur können. Ein kraftvolles Bild und gleichzeitig ein Führungsstil mit zwei Gesichtern.

 

 

Warum ist das so?

 

Neben den Werten und der Persönlichkeit (wir führen, wie wir ticken) wirkt bei Frauen eine tiefere biologische Verankerung mit. Im Führungsverhalten zeigt sich dies in einer stärkeren Betonung von Fürsorge und Unterstützung. Zwei Werte, welche bei Frauen in der Führung dominanter zum Vorschein kommen als bei Männern. Wie Löwenmütter schaffen sie eine schützende Umgebung, fördern den Zusammenhalt und bieten starken emotionalen Beistand.

 

Das ist eine enorme Stärke, gerade in unsicheren Zeiten. Und sie zeigt, wie WERT-voll ein klarer innerer Kompass ist, wenn Führung auf den eigenen Werten basiert. Doch jede Stärke hat ihre Schattenseite. Und übrigens: auch Männer profitieren von dieser Perspektive, denn zu starke Fürsorge oder das Bedürfnis, alles im Griff zu haben, kann auch bei ihnen unbewusst Führung blockieren.

 

 

Blinde Flecken: wenn Fürsorge zur Bremse wird

 

Übermäßiger Schutz kann im Führungsalltag unbemerkt Risiken bergen:

  • Verantwortung wird zu wenig an das Team delegiert

  • Entwicklung und Selbstständigkeit des Teams  wird gebremst

  • Einmischung in Themen, die Mitarbeitenden gehören

  • Gefahr, dass die Führungskraft durch ständiges Übernehmen selbst erschöpft wird

  • Abhängigkeiten zur Führungskraft entstehen im Team

  • Das Lösungsverhalten wird wenig gefördert

Die Folge: Effizienz, Innovation und Potentialentfaltung im Team geraten ins Stocken. Dahinter stehen oft Werte wie Fürsorge, Verantwortungsbewusstsein oder Loyalität – Werte, die an sich positiv sind, aber in der Übertreibung ihre Kraft verlieren können.


 

Was kannst Du tun, um diesen Führungsstil zu entwickeln?

  1. Selbstreflexion – ehrlich hinschauen, wo Schutz zum inneren Kampf wird und das eigene Bedürfnis nach Kontrolle überhandnimmt.

  2. Klare Erwartungen – Rahmen und Verantwortlichkeiten definieren, damit das Team weiß, wofür es selbst verantwortlich ist.

  3. Delegation – bewusst loslassen und Vertrauen zeigen, auch wenn es sich im ersten Moment wie ein kleiner Kampf anfühlt.

  4. Feedback und Coaching – fördern, ohne zu bevormunden, und den Mitarbeitenden Raum geben, eigene Lösungen zu entwickeln.

  5. Konfliktmanagement – schwierige Gespräche führen, statt sie abzufedern, um echte Weiterentwicklung zu ermöglichen.

  6. Vertrauen stärken – an die Fähigkeiten des Teams glauben und aushalten, dass Fehler Teil des Lernens sind.

So entsteht ein Führungsstil, der gleichzeitig schützt, befähigt und langfristig die Entwicklung des Teams wie auch die eigene Entlastung ermöglicht. Oft steckt hinter diesem Verhalten auch der Glaubenssatz: „Ich muss es allen recht machen.“ – ein innerer Antreiber, der Führung zusätzlich erschwert.



Mein Impuls für dich

Wenn du beim Lesen ein Stück „Löwenmutter“ in dir erkennst: das ist nichts Schlechtes! Die Kunst liegt darin, die Balance zu finden. Für dich – und für dein Team.

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Fazit

 

 

 

Eine Löwenmutter beschützt ihre Jungen – doch sie lässt sie auch selbstständig jagen lernen. Genau darin liegt die Kunst wertebasierter Führung:

 

Fürsorge zeigen, ohne Eigenverantwortung zu verhindern.

Wachstum fördern, ohne die Stabilität zu verlieren.

Schutz bieten, ohne ständige Kontrollgedanken.